Hypnose lieber nicht in der Praxis

 

Menschen mit den nachfolgenden Erkrankungen hypnotisiere ich nur im klinischen Umfeld. Nähere Informationen dazu finden Sie unter dem entsprechenden Erkrankungs-bild.

PSYCHOSEN

 

Von der Behandlung von Psychosen mit Hypnose in einer ambulanten Praxis wird grundsätzlich abgeraten, da Psychosen oft mit Wahnvorstellungen verbunden sind. Eine Wahnvorstellung kann dazu führen, dass der Therapeut in Gefahr gerät und/oder dass der Patient ein Herz-/Kreislaufversagen erleidet.

 

PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG

 

Eine ganze Reihe von Hypnosetherapeuten haben in den vergangenen Jahrzehnten versucht, die Hypnose zur Behandlung von Persönlichkeitsstörungen zu nutzen. Dabei zeigte sich, dass die Hypnose bei Persönlichkeitsstörungen nahezu wirkungslos ist und kaum eine Verbesserung der Situation des Klienten zu erwarten ist.Es ist zwar in der Regel auch keine Verschlechterung zu erwarten, aber allein die Tatsache, dass keine Verbesserung zu erwarten ist und dem Patienten die Hypnose Geld kostet, sehe ich von einer Hypnose ab. 

 

EPILEPSIE

 

Ein eptileptischer Anfall wird durch kleinste Veränderungen im Gehirn hervorgerufen. So kann der Zustand der Entspannung ebenfalls dazu führen. Es besteht also das Risiko, mit der Hpynose einen Anfall zu provozieren oder bei falschem Einsatz die Anfallshäufigkeit zu erhöhen. Deshalb sollte die Hypnose bei Epilepsie-Patienten nur eingesetzt werden, wenn eine adäquate medizinische Überwachung und Versorgung gewährleistet ist (z.B. im klinischen Umfeld unter der Leitung eines Facharztes). In einer ambulanten Praxis wird die Hypnose von Epilepsie-Patienten als zu riskant angesehen. 

 

HERZINFARKT, SCHLAGANFALL

 

Bei Klienten mit einem kürzlich erlittenen Herzinfarkt oder Schlaganfall bestehen beim Einsatz von Hypnose ähnliche Risiken wie bei Thrombose-Patienten. Durch die Entspannung des Körpers können sich die Blutgefäße weiten. Es kann sich ein noch vorhandenes Gerinnsel lösen und eine lebensbedrohliche Embolie verursachen.Die Hypnose sollte deshalb erst angewandt werden, wenn der behandelnde Facharzt eine mögliche Tiefenentspannung als unbedenklich ansieht (in der Regel 3 Tage bis 6 Wochen nach dem Herzinfarkt / Schlaganfall). Anschließend kann die Hypnose sehr nützlich für die Betroffenen sein (z.B. in der Reha, zur Regeneration oder zur weiteren Anfallsprophylaxe). 

 

ERKRANKUNGEN DES ZENTRALEN NERVENSYSTEMS

 

Wenn das zentrale Nervensystem aufgrund einer Erkrankung oder einer Schädigung durch einen Unfall gestört ist, kann es zu einer fehlerhaften Weitergabe von Informationen aus dem Gehirn in den Körper oder umgekehrt kommen. Dies kann zu unerwünschten Auswirkungen führen, deren Art und Ausmaß vorab nicht absehbar sind. Hypnose sollte bei Erkrankungen des Zentralen Nervensystems also nur in einem entsprechend geeigneten Umfeld (Klinik / Facharztpraxis) durchgeführt werden. 

 

AKUTE THROMBOSE

 

Die Hypnose hat zumeist eine stark entspannende Wirkung, die auch zu einer deutlichen Weitung der Blutgefäße im Körper führen kann (was in vielen Fällen eindeutig erwünscht ist!).Bei Thrombose-Patienten entsteht dadurch aber das Risiko, dass der Thrombus ins Rutschen kommt, was im schlimmsten Fall zu einer lebensgefährlichen Embolie führen könnte. 

 

SCHWERE DEPRESSIVE EPISODE MIT PSYCHOTISCHEN SYMPTOMEN

 

siehe Psychose bzgl. Wahnvorstellung

 

GEISTIGE BEHINDERUNG

 

Aufgrund der Funktionsstörungen im Gehirn geistig behinderter Menschen und der dadurch veränderten Abläufe im Inneren ist die Wirkung der Hypnose zumeist nicht oder nur sehr schwer einschätzbar. Entspannung könnte in Aggression umschlagen, Phantasiereisen könnten zum Horrortrip werden, klassische Anwendungen könnten eine ganz andere Wirkung verursachen als sie eigentlich sollten. Deshalb ist eine Hypnose nur im klinischen Umfeld angebracht.

 

SUCHTERKRANKUNGEN

 

Hypnose ist zur Behandlung von Suchterkrankungen nur bedingt geeignet.Bei stoffgebundenen Süchten liegt der Grund vor allem in der Rückfallprophylaxe nach Entzug, der auf klassischem Weg z.B. in einer Entzugsklinik stattfinden sollte. Die Hypnose ist für den Entzug nicht optimal geeignet, da Drogen, Medikamente und Alkohol die Gehirnfunktionen stark beeinflussen können und eine klassische Therapie mit Hypnose bei vielen Suchtpatienten nicht möglich ist. Durch den Drogen- oder Alkoholeinfluss kann der Klient/Patient den nötigen Trancezustand nicht erreichen.Ist der Entzug bereits durchgeführt und der Patient "clean", kann die Hypnose dabei helfen, Entzugserscheinungen zu mildern, den Willen zu stärken und den Übergang in ein suchtfreies Leben besser zu bewältigen.Ausnahme hiervon ist die nichtstoffgebundene Sucht wie z.B. die Spielsucht, die Kaufsucht oder die Computerspielsucht, bei denen das Gehirn nicht von extern zugeführten Stoffen beeinflusst ist. Sie sind durch Hypnose teils sehr gut behandelbar.Ebenso ist die Raucherentwöhnung eine Ausnahme, da das Nikotin sich nicht auf die Trancefähigkeit des Klienten auswirkt und er somit behandelbar bleibt.

 

@ TherMedius-Institut